MOBILE CITY 2010

Archiv für die Kategorie ‘virtueller Raum’

Panel: ErfahrungsRäume

In Theorie, urbaner Raum, virtueller Raum am 18/04/2010 um 23:34

Um die Zusammenhänge von Raum und Gesellschaft im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen zu verstehen, haben wir versucht, uns theoretischen Konzepten von Raum zu nähern. Dabei haben wir zuerst einmal festgestellt, dass Räume in unserer Wahrnehmung nicht a priori vorhanden sind sondern durch Bewegungen konstruiert werden. Dass in unserer postmodernen Zeit statt eines alles überschauenden, strategischen Blicks vor allem ein “körperliches Wissen” (De Certeau) und performative Taktiken gefragt sind, wenn wir uns in urbanen Räumen bewegen, war eine zweite wichtige Erkenntnis. Zu performativen Taktiken im urbanen Raum gehört auch das Konzept des Flaneurs, das wir auf seine Aktualität und Alltagstauglichkeit hinterfragt haben: Wie flaniert man heute als Phoneur durch den Stadtraum? Können wir den distanzierten Blick noch wahren, wenn wir jederzeit selbst mit allem und jedem vernetzt sind? Werden wir selbst zur Ware? Oder werden es die persönlichen Geschichten und ortsbezogenen Anekdoten, die wir up- und downloaden? Und wäre das Konzept des Flaneurs auch anwendbar auf User virtueller Plattformen wie Youtube, auf denen das Betrachten und Kommentieren von Geschichten und Produkten einfach auf andere Weise geschieht: “scroll statt stroll”?

Wir haben die Zusammenhänge des öffentlichen, medialisierten und virtuellen Raums thematisiert und hinterfragt, wie mit den Zwischenräumen umzugehen ist, die lokative Medien produzieren. Ist es Chance oder Risiko, dass sich virtueller und urbaner Raum überlappen? Wenn wir es mit einer erweiterten Realität zu tun haben und nicht mit einer rein virtuellen – verändert das auch unsere Verantwortung als User?

Warum wir Phoneure sind

In GPS, mobile Technologien, RFID, urbaner Raum, virtueller Raum am 09/01/2010 um 16:57

Ein Phoneur ist die postmoderne Version des Flaneurs, der ausgestattet mit mobilen Informationstechnologien den Stadtraum durchwandert. Während der Flaneur die moderne Welt noch betrachtete, ist der Phoneur bereits Teil von ihr und kommentiert sie mit seinem Handy an der Schnittstelle von urbanem, ,realen’ Raum und mediatisiertem, virtuellen Raum.

Der Phoneur bringt damit die Praxis des Flaneurs auf eine neue Ebene: Walter Benjamins Flaneur wollte die Passagen noch durchwandern, um Waren zu betrachten. Wenn sich der Phoneur nun als vernetzter Körper in der Stadt bewegt, ist er mittels mobiler Informationstechnologie immer schon mit dem Datennetz verbunden, seine Aktionen hinterlassen Spuren auch im virtuellen Raum.

Diese hybriden Austauschprozesse haben nicht nur Einfluss auf unsere Identität, sondern auch auf den Stadtraum, in dem wir uns bewegen. Was könnte die Nutzung der neuen Informationstechnologien also für die urbane Kultur bedeuten? Welche Potentiale bieten sie und welche Risiken birgen sie?

Ich freue mich auf einen interessanten Ideenaustausch und kreative Projekte zum Thema mobile cITy.

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