Um die Zusammenhänge von Raum und Gesellschaft im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen zu verstehen, haben wir versucht, uns theoretischen Konzepten von Raum zu nähern. Dabei haben wir zuerst einmal festgestellt, dass Räume in unserer Wahrnehmung nicht a priori vorhanden sind sondern durch Bewegungen konstruiert werden. Dass in unserer postmodernen Zeit statt eines alles überschauenden, strategischen Blicks vor allem ein “körperliches Wissen” (De Certeau) und performative Taktiken gefragt sind, wenn wir uns in urbanen Räumen bewegen, war eine zweite wichtige Erkenntnis. Zu performativen Taktiken im urbanen Raum gehört auch das Konzept des Flaneurs, das wir auf seine Aktualität und Alltagstauglichkeit hinterfragt haben: Wie flaniert man heute als Phoneur durch den Stadtraum? Können wir den distanzierten Blick noch wahren, wenn wir jederzeit selbst mit allem und jedem vernetzt sind? Werden wir selbst zur Ware? Oder werden es die persönlichen Geschichten und ortsbezogenen Anekdoten, die wir up- und downloaden? Und wäre das Konzept des Flaneurs auch anwendbar auf User virtueller Plattformen wie Youtube, auf denen das Betrachten und Kommentieren von Geschichten und Produkten einfach auf andere Weise geschieht: “scroll statt stroll”?
Wir haben die Zusammenhänge des öffentlichen, medialisierten und virtuellen Raums thematisiert und hinterfragt, wie mit den Zwischenräumen umzugehen ist, die lokative Medien produzieren. Ist es Chance oder Risiko, dass sich virtueller und urbaner Raum überlappen? Wenn wir es mit einer erweiterten Realität zu tun haben und nicht mit einer rein virtuellen – verändert das auch unsere Verantwortung als User?






