MOBILE CITY 2010

Archiv für April 2010|Monatsarchiv

Reality Check

In Prototyping, Taktiken am 19/04/2010 um 00:38

Magdeburgs Bürgermeister und Kulturdezernent Herr Dr. Koch war zu Gast im Seminar, um gemeinsam mit uns zu erörtern, was Stadtkultur in Zukunft bedeuten kann. Wie können Magdeburger selbst zu Autoren ihrer Stadtkultur werden? Welche verborgenen Geschichten der Stadt sollten in den Blick genommen werden? Und wie lassen sich urbane Anekdoten auf neue Weise greifbar machen?

Erste in Gruppenarbeit entstandene Projektideen wurden Herrn Dr. Koch im Reality Check präsentiert und mit ihm im Hinblick auf Durchführbarkeit und Mehrwert für die Stadt Magdeburg diskutiert.


Herr Dr. Koch wird den Prozess der Projektentwicklung und -umsetzung unterstützend begleiten und wir freuen uns darauf, ihm beim nächsten Treffen erste Prototypen vorzustellen.


Placestorming

In Taktiken, urbaner Raum am 19/04/2010 um 00:15

Um verborgene Geschichten und versteckte Orte Magdeburgs zu finden, gingen wir raus in die Stadt und leisteten uns einige Stunden des Flanierens. Ziel war: ziellos sein. Sich inspirieren lassen. Mit einer Kamera und offenen Augen auf Spurensuche gehen. Fotografiert wurden: Dinge, an denen wir sonst vorbei laufen. Orte, die ihre Aura verloren haben. Plätze, die mehr sein können als Transitorte, Zwischenräume. Und Pflastersteine, Stolpersteine, hinter denen Geschichten stecken, die nicht vergessen sein wollen.

Bodystorming

In Design Thinking, Taktiken, urbaner Raum am 19/04/2010 um 00:07

Nachdem wir unsere Wahrnehmung urbaner Räume theoretisch erörtert hatten, wollten wir etwas konkretere Perspektiven zur Thematik einnehmen. Mit der Methode des Bodystorming versuchten wir, in andere Rollen zu schlüpfen und die Stadt Magdeburg aus der Perspektive unterschiedlicher Zielgruppen zu betrachten.

Bodystorming bedeutet, dass alle Sinne mit einbezogen werden sollen, wenn man eine Idee entwickelt. Es ist also nicht nur primär das visuelle Erlebnis wichtig sondern die körperliche Erfahrung.


Heraus kamen eine Vielzahl an Routen für Touristen, Familien, Behinderte, Kinder, Rentner, Pärchen, Singles – die uns jedoch eines zeigten: Wir hatten zwar versucht, uns in die Bedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen hineinzuversetzen, doch hatten wir dabei nur die ohnehin bekannten Orte und Geschichten Magdeburgs in den Blick genommen. Dass man am besten lernt, wenn etwas nicht so läuft wie gewünscht – das ist in der kreativen Phase der Konzeptentwicklung und bei der Innovation von Produkten generell von Vorteil: Versuch und Irrtum, trial and error, was funktioniert, was nicht?

Panel: ErfahrungsRäume

In Theorie, urbaner Raum, virtueller Raum am 18/04/2010 um 23:34

Um die Zusammenhänge von Raum und Gesellschaft im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen zu verstehen, haben wir versucht, uns theoretischen Konzepten von Raum zu nähern. Dabei haben wir zuerst einmal festgestellt, dass Räume in unserer Wahrnehmung nicht a priori vorhanden sind sondern durch Bewegungen konstruiert werden. Dass in unserer postmodernen Zeit statt eines alles überschauenden, strategischen Blicks vor allem ein “körperliches Wissen” (De Certeau) und performative Taktiken gefragt sind, wenn wir uns in urbanen Räumen bewegen, war eine zweite wichtige Erkenntnis. Zu performativen Taktiken im urbanen Raum gehört auch das Konzept des Flaneurs, das wir auf seine Aktualität und Alltagstauglichkeit hinterfragt haben: Wie flaniert man heute als Phoneur durch den Stadtraum? Können wir den distanzierten Blick noch wahren, wenn wir jederzeit selbst mit allem und jedem vernetzt sind? Werden wir selbst zur Ware? Oder werden es die persönlichen Geschichten und ortsbezogenen Anekdoten, die wir up- und downloaden? Und wäre das Konzept des Flaneurs auch anwendbar auf User virtueller Plattformen wie Youtube, auf denen das Betrachten und Kommentieren von Geschichten und Produkten einfach auf andere Weise geschieht: “scroll statt stroll”?

Wir haben die Zusammenhänge des öffentlichen, medialisierten und virtuellen Raums thematisiert und hinterfragt, wie mit den Zwischenräumen umzugehen ist, die lokative Medien produzieren. Ist es Chance oder Risiko, dass sich virtueller und urbaner Raum überlappen? Wenn wir es mit einer erweiterten Realität zu tun haben und nicht mit einer rein virtuellen – verändert das auch unsere Verantwortung als User?

Show-and-Tell Session

In Design Thinking, Termine am 08/04/2010 um 22:28

Die heutige Session hat die Frage aufgeworfen, wie wir Stadtkultur mit lokativen Medien neu erfahrbar machen können. Wir haben uns Projekte aus Bildung, Gaming, Kultur und Tourismus angeschaut und festgestellt, dass wir mehr erreichen wollen als einige dieser Projekte, die nur bereits in den Printmedien verfügbare Informationen für das Handy zugänglich machen oder mit dem längst bekannten geocaching-Trend mitschwimmen.

Lokative Medien können Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt gleichzeitig auf die urbane Bühne bringen. Und in Verbindung mit Inszenierungsstrategien – performativen Taktiken, die wir in den nächsten Sitzungen genauer in den Blick nehmen -  können lokative Medien auch kollaborativ produzierte urbane Anekdoten erzählen.

In unserer heutigen kollaborativen Kultur wird es immer wichtiger zu überlegen, wie wir lokative Medien in Zukunft nutzen. Fest steht: Eine Fülle an Informationen hat nicht notwendigerweise auch einen Mehrwert für die Stadt. Davon werden wir bereits im www zugeschüttet. Es sollte in Zukunft darum gehen, wirklich nützliche Informationen im Stadtraum auszustellen.


Wir haben mit der Innovationsmethode des Design Thinking gearbeitet und im Brainstorming festgestellt, dass es viel spannender wäre, verborgene Geschichten Magdeburgs zu erzählen als inhaltlich lediglich Klischees zu bedienen. Dass es spannender wäre, Nicht-Orten wie verfallenen Gebäuden oder wenig erschlossenen Gebieten eine neue Aura zu verleihen als nur ohnehin bekannte Sehenswürdigkeiten Magdeburgs in den Blick zu nehmen..

In der nächsten Sitzung werden wir versuchen, die Wahrnehmung dieser urbanen Kontexte theoretisch zu hinterfragen. Vermitteln lokative Medien nun zwischen zwei gegensätzlichen Realitätswahrnehmungen und erzeugen dabei womöglich sogar einen dritten Raum? Oder wird im Umgang mit lokativen Medien weder der eine noch der andere Raum ausgeblendet?

Denkt daran: Jede gute Theorie ist im Kern ganz einfach. Ich freue mich, wenn Ihr in Eurer Arbeit mit den Texten einen ganz materiellen Zugriff bekommt und auch versucht, möglichst emanzipiert eigene Fragen an die Texte zu stellen.

Es ist soweit

In Orga, Termine am 08/04/2010 um 20:49

Die erste Session liegt hinter uns – und ein Haufen kreativer Arbeit vor uns. Was von nun ab passiert, liegt in Euren Händen:

Ina Draijer
Nils Dreyer
Fabian Henschke
Anna Hinrichs
Julia Huke
Daniel Maurer
Oliver Neumann
Michaela Püchel
Nicole Seidel
Vitus Soska
Thomas Süß
Max Strohmeyer
Matthias Theek
Dominik Trzmielewski
Anna Weinreich

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